Quilting

Das eigentliche Quilting ist eine echte Kunst, die ich leider ’noch‘ nicht beherrsche. Deshalb kann ich hier keine Tutorials anbieten, nur ein paar Tipps und allgemeine Infos.

Beginnen wir also mit etwas Geschichte

Die Geschichte des Quiltens, das Zusammennähen von Polster- und Stofflagen, kann bis 3400 v. Chr. zurückreichen. Für einen Großteil seiner Geschichte war Quilten in erster Linie eine praktische Technik, um physischen Schutz und Isolierung zu bieten. Oft waren jedoch auch dekorative Elemente vorhanden, und viele Quilts sind heute hauptsächlich Kunstwerke.

Von China ausgehend waren Quiltstoffe im gesamten Orient verbreitet. Kreuzritter nutzten den Stoff für Wämser, die sie unter der Rüstung trugen, und brachten die Kunst des Quiltens nach Europa. Eine starke Kältewelle im 14. Jahrhundert in England führte zu einer weiten Verbreitung von Quiltarbeiten bei Kleidung, Decken und Wandteppichen.

Die frühen amerikanischen Siedler, die mit kleinsten Stoffstücken arbeiten mussten, führten das Quilten gemeinsam mit dem Patchwork zu einer in einigen Gegenden (z. B. bei den Amischen) noch gepflegten handwerklichen Kunstform. Das gemeinsame Arbeiten der Siedlerfrauen bei „Quilting bees“ war ein wichtiges soziales Ereignis, bei dem die vorbereiteten Patchworkstücke gemeinsam zu Quilts verarbeitet wurden. Dabei konnten Neuigkeiten und Geschichten ausgetauscht werden. Je nach Region entstanden verschiedene Stile für die Quilts, die als Bettdecke oder Wandbehang häufig das einzige Schmuckstück in den kargen Blockhütten waren.

Eines der größten Quilt-Museen der Welt, das 1991 gegründete National Quilt Museum, befindet sich in Paducah (Kentucky). In den USA bestehen daneben verschiedene weitere Quilt-Museen.

Die Zeit des amerikanischen Bürgerkriegs von 1861 bis 1865, mit dessen Ende die offizielle Abschaffung der Sklaverei einherging, war eine Blütezeit für die Entstehung einiger der schönsten Quilts der Ära. Frauen haben – während sie auf das Ende des Krieges und auf die Rückkehr ihrer Liebsten warteten – allein oder in Gesellschaft an vielen gemeinnützigen Projekten gearbeitet. Sie stellten beispielsweise wärmende Decken für die Soldaten auf den Schlachtfeldern her. Die Quilts enthielten allerdings keine Vlieseinlage, um Platz im Marschgepäck zu sparen. Die Soldaten konnten dann auf den Schlachtfeldern trockenes Laub oder Stroh einfüllen. So hatten sie eine wärmende Decke, gefüllt mit den guten Wünschen von den Lieben daheim. Kamen sie auf dem Schlachtfeld ums Leben, wurde ihr Quilt zur Totendecke und mit begraben.

Ein sehr berühmter Quilt aus dieser Zeit wird nach seiner Schöpferin Jane Stickle „Dear Jane“ genannt. Jane hat diesen Quilt, der aus 5602 Einzelteilen besteht, im Jahre 1863 komplett mit der Hand genäht. Die 169 Blöcke, 108 Dreiecke und 4 Eckstücke, sind entweder gepatcht oder appliziert und kein Muster oder Stoff der einzelnen Blöcke und Dreiecke wurde mehrmals verwendet.

Man kann den Original-Quilt im Bennington Museum in Bennington, Vermont, USA einmal im Jahr bewundern.

Quelle: Wikipedia


Heute wird auch noch von Hand gequiltet, aber ich denke der Großteil aller Quilts wird mit der Maschine erstellt. Die Technik hat sich stark verbessert in den letzten Jahrzehnten. Es gibt spezielle Quiltmaschinen, computergesteuert, z.B. Longarm Maschinen in jeder nur denkbaren Ausführung und Preisklasse.

In den USA ist es sehr verbreitet, das fertige Sandwich zum Quilten in einen der zahlreichen Shops zu bringen, die über teure Quiltmaschinen verfügen. Man kann sich am Computer ein Design aussuchen und die Maschine übernimmt dann das komplette Quilting. Der Service ist natürlich nicht ganz preiswert. In Deutschland gibt es nicht so viele Läden, die solch einen Service anbieten, aber vereinzelt kann man sie finden und die Tops auch per Post an die Shops senden.

Ein tolles Video zum Thema ist das hier von Jordon Fabrics

 

Natürlich kann man auch selbst an der eigenen Maschine quilten. Mit meiner geringen Erfahrung kann ich dennoch sagen, dass man für das ‚free motion quilting‘ durchaus eine geeignete Maschine braucht. Es muss nicht unbedingt eine riesige Longarm sein, aber für gute Ergebnisse braucht man wenigstens etwas freie Fläche für den Stoff. Die Maschine sollte einen möglichst großen Durchlass neben der Nadel haben.

Wer sich am freien Quilten versuchen möchte, dem empfehle ich die Videos von Angela Walters. Sie zeigt viele tolle Techniken. Hier eins für Einsteiger.

 

Trotzdem kann man auch mit ’straight line quilting‘ tolle Ergebnisse erzielen und sehr schöne Quilt zaubern. Auch hier hab ich einen Link-Tipp für euch, bzw. einen Youtube Kanal.

Irene von Sugaridoo, zeigt in diesem Video tolle Ideen und Techniken, wie man mit dem Walking Foot quiltet. Dazu gibt es ein kostenloses E-Book im pdf-Format mit ‚101 ideas for straight line quilting‘.

 

 

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